Mitteldeutsche wirtschaft | Magazin der IHK Halle-Dessau, März 2012
Wenn Hansjörg Bartsch, Immobilienmakler und TÜV-zertifizierter Wertgutachter für Immobilien, dieser Tage auf sein 20-jähriges Jubiläum schaut, dann muss man ihm mit Respekt zugestehen, dass er „viele Pfunde“ in die Waagschale werfen darf. Dabei ist der 58-jährige eigentlich ein beruflicher Quereinsteiger. Gut, davon gab es zur Wende jede Menge. Doch Bartsch ist entgegen vieler „Eintagsfliegen der Branche“ bis heute gut im Geschäft.
„Durchgesetzt hat sich Qualität“, unterstreicht der Hallenser im Rückblick. Keineswegs spricht er noch wehmütig von seiner gebrochenen Biografie. Zu DDR-Zeit einst den technischen Beruf des BMSR-Technikers ergriffen, habe er später Kultur- und Kunstwissenschaft in Leipzig studiert. Die brotlosen Aussichten im Kunstsektor zur Wende beantwortete Bartsch mit einem Berufswechsel. Kurz: Er sattelte zunächst zum Versicherungskaufmann um, ließ sich später an der Akademie der Aufina-Gruppe zum Immobilienmakler ausbilden und qualifizierte sich zum Wertgutachter auf diesem Gebiet. 1992 gründete der gebürtige Eisenhüttenstädter die „Hansjörg Bartsch Immobilienberatungs KG“ in Halle.
Natürlich war der Immobilienmarkt nach der Wende ein Dorado für Makler – gerade auch für die, die sich nur so nannten und schnell Geld verdienen wollten. „Ich entschloss mich für eine fundierte Aus- und Weiterbildung, um sauber zu arbeiten“, erklärt Bartsch. Als Mitglied des Immobilienverbandes Deutschland reklamiere er, dass die Berufsbezeichnung des Immobilienmaklers noch immer nicht geschützt ist. 20 Jahre am Markt – das ist für Bartsch Beweis genug, dass sich fundiertes Arbeiten auszahlt. Fachwissen, Sachkenntnis und beständige Leistung seien sein Erfolgsgarant – gepaart aber auch mit menschlichen Qualitäten. „Wenn man einen Fehler macht, muss man dafür gerade stehen. Ich will und ich kann bis heute jeden meiner Kunden und Geschäftspartner in die Augen schauen“, sagt der 58-Jährige, der nachschiebt, dass längst nicht alle Makler diese Auffassung besäßen und dem Berufsstand damit schadeten. „Meine Art ist es, auf Menschen zuzugehen“, so der Geschäftsführer, der auch als berufenes, ehrenamtlich tätiges Mitglied im Gutachterausschuss des zuständigen Landesamtes in Halle tätig ist. Natürlich hat sich in all den Jahren vieles verändert. „1992 sind uns die Aufträge ins Haus getragen worden“, sagt er lächelnd. Das Auftragswunder war damals gekoppelt an Enthusiasmus, aber auch an viel Unwissenheit. Er erinnere sich noch gut, als damals sogar die Verbraucherzentrale in seinem Unternehmen Rat eingeholt habe und man gemeinsam in einer Rundfunksendung dazu informierte. Etliche westdeutsche Investoren, die die Gunst der Stunde nutzten, hätten damals weit unter dem marktüblichen Preis Häuser in Halle gekauft. Manchmal für nur 20.000 Mark. Das Werteverständnis über Haus und Grund musste sich ja erst noch entwickeln, so Bartsch.
Heute ist das anders. „Kunden wissen zumeist sehr genau, was sie wollen. Außerdem sind sie gut informiert.“ Natürlich kann in letzter Instanz nur ein qualifizierter Immobilienberater den korrekten Kauf- oder Verkaufswert einer Immobilie ermitteln. „Ich habe kein Interesse daran, ein Objekt überdurchschnittlich zu bewerten. Fantasiepreise sind nicht mein Ding“, sagt Bartsch. Kunden bekommen vom Fachmann eine klare Einschätzung. Auch, wenn sie nicht gefällt. Realistische Betrachtungen schützen im Geschäft vor gegenseitigen Enttäuschungen oder nicht erfüllbaren Erwartungen. Hansjörg Bartsch gibt seinen Kunden seit neuestem sogar eine verbindliche Verkaufsgarantie. Sein Motto: Immobilienverkauf nicht um jeden Preis.